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Rheuma- und Sportbildgebung

Bereichsleitung: lt. OÄ Univ.-Prof. Dr. Andrea Klauser

2016 Zertifizierung zum Schwerpunktzentrum für muskuloskelettale Radiologie der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG)
2015 OEGIR- Zertifizierung über sonogezielte interventionelle Eingriffe (Österreichische Gesellschaft für Interventionelle Radiologie)
2014 Diploma for Musculoskeletal Radiology of the European Society of Skeletal Radiology (ESSR)
2014 European Society of Radiology (ESOR) Reference center for scholarship in MSK Radiology
2007 Kursleiterin für muskuloskelettale Sonographie der Österreichischen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (ÖGUM)

Lageplan Gesamtübersicht
Lageplan/ Kontakt Rheuma und Sport

Ambulanz-/Öffnungszeiten:
Blutbank (externer Link)

Patienteninformation
Die Abklärung bei Sport- und Rheumabeschwerden umfasst die Beurteilung des  ganzen Muskel- und Skelettsystems unter Zuhilfenahme verschiedener Bildgebungsmethoden wie die des hochauflösenden Ultraschalls (US), der Magnetresonanztomographie (MRT),  der Computertomographie (CT)  und des Röntgens. Da unterschiedliche Strukturen betroffen sein können, wie z. B. periphere Gelenke, das Achsenskelett, Sehnen, Bänder, Muskeln und Nerven, wird die jeweils sinnvollste Bildgebungsmethode eingesetzt, wie z.B. die MRT zur Knorpeldarstellung oder der US bei frühen peripheren Gelenksentzündungen.

Beim entzündlich- rheumatischen Formenkreis (z. B. rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritis, Kollagenosen) ist eine frühe Diagnosestellung essentiell, da dadurch rechtzeitig Therapien eingesetzt werden können, welche die Langzeiterfolgsaussichten deutlich verbessern.
 
Der US ist sowohl zur Frühdiagnostik als auch Therapieverlaufskontrolle von großer Bedeutung. Hierbei wird mittels Power- Doppler- Ultraschall die Gefäßdichte in den Gelenken und Sehnen dargestellt, die mit der Entzündungsaktivität korreliert. Der US ist eine strahlenfreie Methode, schmerzfrei und schnell in der Anwendung, so dass er auch bei Kindern sehr häufig in diesen Fragestellungen angewendet wird.
Ergänzend zum US werden MRT und Röntgen eingesetzt, wobei dem MRT besonders beim frühen entzündlichen Rückenschmerz eine sehr große Bedeutung zukommt.

Weitere Informationen

Ein weiteres großes Einsatzgebiet im entzündlich- rheumatischen Formenkreis sind ultraschallgezielte Infiltrationen in kleine und große Gelenke, als auch um entzündete Sehnen, die weitgehend schmerzfrei, schnell und punktgenau gezielt durchgeführt werden, um lokale Entzündungen in Ergänzung zur systemischen Therapie zu behandeln.
Bei der US- gezielten Infiltration werden neben einem Lokalanästhetikum, unter Verwendung sehr dünner Nadeln, je nach Indikation 2- 40 mg Corticosteroidkristallsuspension infiltriert.
Überlastungsbeschwerden durch Sport oder Abnützungsveränderungen sollten einer exakten Diagnostik zugeführt werden, um die Schmerzursache genau zu lokalisieren. Insbesondere Beschwerden durch Sehnenüberlastungen wie z. B. beim Tennisellenbogen oder bei Achillessehnenbeschwerden können sehr langwierig sein und den ganzen Bewegungsspielraum schmerzhaft einschränken.
Wichtig ist eine exakte Diagnoseerstellung mittels Sonographie, in der das Ausmaß der Sehnenveränderung genau festgestellt werden kann. Darauf werden therapeutische Strategien abgestimmt, wie z. B. peritendinöse Infiltrationen, intratendinöses Needeling (Selbstheilungsprozess über Mikroblutungen), Punktionen von Sehnenscheidenganglien, Gelenksganglien, Punktion von Hämatomen, Punktion von Gelenksergüssen und  Ursachenerforschung der Überlastung, um einen langfristigen Therapieerfolg zu gewährleisten.
Von Sehnenüberlastungen abzugrenzen sind  z. B. Nervenkompressionssyndrome wie z. B. das Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk. Es können jedoch eine Vielzahl auch sehr dünner kleiner Nerven durch z. B. Narbengewebe ähnliche Beschwerden hervorrufen. Der Ultraschall ermöglicht die direkte Darstellung auch sehr kleiner peripherer Nerven, worauf eine gezielte Therapie geplant werden kann. So können auch therapieresistente periphere Nervenschmerzen häufig ultraschallgezielt gelöst werden, welche sich  durch Nerveninkarzerationen, „Narbenneurome“ postoperativ/ posttraumatisch, Nervenkompressionssyndrome (Karpaltunnel, Tarsaltunnel, Sulcus nervi ulnaris- Syndrom, Syndrom der Guyon'schen Loge,..), Morton- Neurome finden.

Weitere Einsatzgebiete der US- gezielten Infiltrationen sind z. B. schnellende Finger und  Dupuytren'sche Kontrakturen, wobei in allen Fragestellungen eine enge Kooperation mit Rheumatologie, Unfallchirurgie, Strahlentherapie und Infektiologie besteht, was die Basis für klinisch relevante Diagnostik und eine optimale Patientenbetreuung bildet.

Universitätsklinik für Radiologie, Anichstrasse 35, A-6020 Innsbruck